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dolce amaro nonSordino

Bittersüßes Klangerlebnis
CD Cover dolce amaro
 

Das Gegensatzpaar bitter/süß ist ja zunächst eine Erfahrung des Geschmackssinnes und lässt uns an rote bis dunkelbraune Aperitifs denken. Einer dieser norditalienischen Kräuterliköre heißt auch schlicht „Amaro“, schmeckt dann aber doch hauptsächlich süß. Ein Cocktail aus Kaffee, Averna, Orangenlikör und Zucker heißt sogar präzise so wie das Motto der dritten CD von nonSordino. Wem der Espresso zu bitter schmeckt, der schüttet Zucker rein, und besonders edle Schokolade wird zartbitter genannt. Könnte man mit den Begriffen süß und bitter womöglich die Welt erklären und damit unter allem anderen auch die Musik? Süß schmeckt in jedem Fall besser als bitter, noch besser schmeckt das Süße dann aber durchaus wieder durch die Beimischung von ein wenig Bitterem. Wenn rein Bitteres kaum auszuhalten ist, so wird rein Süßes auf die Dauer langweilig – auch in übertragenem Sinne. Man macht dem Naiven weiß, dass das Süße ungesund sei, das Bittere hingegen heilsam (bittere Medizin) oder gar das Süße verlogen im Gegensatz zur „bitteren Wahrheit“.

Aber was ist bei der Musik bitter, was süß? Die einen werden sagen, kitschige Musik sei süß, coole dagegen eher bitter. Gekünstelte, übertriebene Leidenschaftlichkeit das eine, authentische Gefühlsausbrüche, die sich nicht drum scheren, ob sie dem Hörer gefallen, das andere. Dann würde diese CD mit süßem Rossini beginnen und immer bitterer werden bis hin zu Piazzolla. Oder ist beim Erlkönig das Kind dem Süßen zugeordnet und der Erlkönig dem Bitteren, wie entsprechend dann auch die Schöne diesem und das Biest jenem? Niemals! Der Erlkönig lockt mit süßesten Harmonien, dagegen schreit das Kind in der bitteren Dissonanz einer kleinen None dreimal nach seinem Vater. Ach – wird jetzt die Harmonie dem Zucker zugeordnet und die Dissonanz dem Kaffee? Dann kann man freilich von jedem Stück Musik behaupten, es sei eine der zahllosen Varianten des Wechselspiels von dolce und amaro.

Inhalt

Giachino Rossini (1792-1868)
Ouverture zur Tell-Oper
1 Tell und die Urschweizer
2 Berggewitter
3 Alpenidylle
4 Finale

Franz Schubert (1797-1828)
Lieder
5 Die Allmacht
6 Der Wegweiser
7 Tränenregen
8 Du bist die Ruh
9 Erlkönig

Claude Debussy (1862-1918)
aus Children's Corner
10 Der kleine Hirte

11 Abendständchen für die Puppe

Maurice Ravel (1875-1937)
12 Die Unterhaltung der Schönen
mit dem Biest

George Gershwin (1898-1937)
13 Baiâo

14 Blues

15 Oriental

Astor Piazolla (1921-1992)
Die Jahreszeiten

16 Frühling
17 Sommer
18 Herbst
19 Winter

1 CD, 16-seitiges Booklet
Gesamtspieldauer 75:23
Katalog Nr. SG694004-NSD3-4012-1
Produktion nonSordino, 2012

Besetzung
Esther Schöpf, Violine
Maria Reiter, Akkordeon
Peter Bachmann, Violoncello
Philipp Stubenrauch, Kontrabass




Texte
nonSordino

Fotos und
Grafikdesign

Christoph Hellhake

Aufnahme
Thomas Beckenbauer

Ensemble nonSordino